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Die Herausforderungen des adaptiven Lernens im Jahr 2022

Das adaptive Lernen, oder auch Adaptive Learning genannt, nimmt in der Berufsweiterbildung einen immer bedeutenderen Stellenwert ein. Das adaptive Lernen im Unternehmen ist vielversprechend, das liegt auf der Hand. Welche sind seine Versprechen und was müssen Organisationen machen, um sie zu halten? Welche sind die Herausforderungen beim adaptiven Lernen, wo sich die Erwartungen der Mitarbeiter in Bezug auf die Schulung in den letzten Jahren doch stark weiterentwickelt haben? Rise Up klärt Sie über diese wesentlichen Fragen auf! 

 

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Hat jemand "adaptives Lernen" gesagt ? 

 

Adaptive Learning: Definition

 

Adaptives Lernen bedeutet in seiner einfachsten Definition nichts anderes als personalisiertes Lernen. 

Das adaptive Lernen nutzt die Stärke der künstlichen Intelligenz, besonders des maschinellen Lernens, um Bildungsgänge anzubieten, die den speziellen Bedürfnissen jedes Mitarbeiters entsprechen. Und zwar je nach Umgebung und Profil.

Das maschinelle Lernen (genauer gesagt das adaptive maschinelle Lernen) analysiert die Data, die auf der Schulungsplattform verfügbar ist. Diese Data entspricht den Daten, die der Lernende bei jeder seiner Verbindungen hinterlassen hat. Auf diese Weise erhält die Technologie Zuwächse und verfeinert ihre Empfehlungen im Laufe des Fortschritts des Lernenden. 

 

learn and adapt

 

Adaptives Lernen auf Makro- und Mikroebene

 

Das adaptive Lernen auf Makroebene bezieht sich auf die Personalisierung des Bildungsgangs. Die Module sind für alle die selben, jeder kommt jedoch in seinem Tempo voran. Mithilfe des adaptiven maschinellen Lernens ermittelt das System das fachliche Niveau jedes Nutzers. Verfügen Mitarbeiter bereits über gute Kenntnisse bei der jeweiligen Kompetenz, durchlaufen sie bestimmte Module schneller (oder überspringen sogar einige), während andere den Bildungsgang im adaptiven Lernen mit einem schwächeren Niveau beginnen; ihre Lernzeit ist somit länger. Das Fortschreiten passt sich in Echtzeit an, damit es immer den Bedürfnissen des Lernenden entspricht. Ziel ist es, dass am Ende des Bildungsgangs alle Mitarbeiter dasselbe Kompetenzniveau erreicht haben.

Für das adaptive Lernen auf Makro-Ebene gibt es viele Einsatzmöglichkeiten. Kaufmännische Angestellte können dadurch neue Verkaufstechniken erlernen, ein Team kann eine neue Software übernehmen oder zusätzliche Kompetenzen in einer Fremdsprache erlangen, etc. 

Mit dem adaptiven Lernen auf Mikroebene wird eine noch schärfere Personalisierung erreicht, da die Inhalte von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlich sind. Mithilfe der Neurowissenschaften wird die Aufnahmefähigkeit des Lernenden mit dem Fortschreiten im Modul erfasst. Diese Information ergänzt die Analyse seiner Ergebnisse. 

Demnach entsprechen die behandelten Themen und die angebotenen Übungen sowohl dem Wissensstand als auch dem kognitiven Profil eines jeden. Anders gesagt, die Plattform schlägt jene Inhalte vor, die am besten vom Lernenden aufgenommen werden können. Die Weiterbildung wird wirklich individualisiert. 

Wozu das adaptive Lernen? 

 

Eine Antwort auf aktuelle Problemstellungen

 

Ein rascher Kompetenzzuwachs der Beschäftigten stellt für die Unternehmen mehr denn je eine Notwendigkeit dar. Zweifelsohne sind die internen Kompetenzen eines Unternehmens am wertvollsten. Die Leistung hängt somit mit der Aufwertung dieser Kompetenzen zusammen. 

Daneben ist die Berufswelt mit zahlreichen bedeutenden Entwicklungen konfrontiert. Neue Arbeitsweisen haben sich etabliert, mit dem Boom des Homeoffice, einer flexibleren Organisation und einer wachsenden Mobilität der Mitarbeiter. Wir erleben das Aufkommen der neuen Technologien, die den Beschäftigten genau die technischen Mittel liefern, die für die Durchführung ihrer Aufgaben außerhalb des Büros unverzichtbar sind. Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen auch das Wohlbefinden ihres Personals stärken und die sozialen Kompetenzen (Soft Skills) fördern. 

Kurzum, wir sind in der Ära des hybriden Arbeitens angekommen. 

Das adaptive Lernen im Unternehmen fügt sich aus mehreren Gründen perfekt in diese Problematik ein: 

  • es ermöglicht Weiterbildungen, die den Bedürfnissen jedes Einzelnen genau entsprechen;
  • bei angepassten Bildungsgängen im adaptiven Lernen ist die Schulungszeit verkürzt;
  • die Wahrscheinlichkeit das Wissen auch wirklich verinnerlicht zu haben ist höher als bei klassischen Fortbildungen;
  • Folge: mit dem adaptiven Lernen erlangen die Mitarbeiter neue Kenntnisse schneller und behalten sie auch besser.

 

Dazu müssen die Schulungen natürlich regelmäßig aktualisiert werden, damit sie ständig an den Anforderungen des Tätigkeitssektors und den Erwartungen der Beschäftigten „kleben“. 

Zusammengefasst, mit dem adaptiven Lernen soll dem Unternehmen ermöglicht werden, die richtige Fortbildung zur richtigen Zeit dem richtigen Mitarbeiter anzubieten.

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Eine erforderliche Begleitung der Mitarbeiter

 

Die Umsetzung eines effizienten Bildungsgangs im adaptiven Lernen erfordert auch eine Begleitung des Lernenden. Alleine vor dem Bildschirm braucht der Nutzer eine Unterstützung und muss Hilfe finden können, wenn er Fragen hat. Daher schließt eine Adaptive-Learning-Plattform wie Rise Up auch ein intelligentes Tutor-System mit ein. 

Konkret wendet sich der Mitarbeiter an einen virtuellen Schulungsleiter, wenn er dies wünscht. Dieser gibt Tipps, empfiehlt Inhalte und sendet ihm Nachrichten, um ihn daran zu erinnern, seine Module fortzusetzen. Neben diesem Feature gibt es auch andere Tools wie Foren oder Chats. 

 

Die Herausforderungen des adaptiven Lernens 

 

Das adaptive Lernen besitzt viele Herausforderungen. Es stellen sich drei große Herausforderungen.

Die erste Challenge des adaptiven Lernens ist, den Schulungsbedürfnissen der Mitarbeiter zu entsprechen. Hierfür muss ein Ansatz nach Kompetenzen angewendet werden. In diesem Zusammenhang gibt es ein Schlüssel-Tool: den Kompetenz-Referenzrahmen, auch Berufs-Referenzrahmen genannt. Dies ist ein Verzeichnis, das alle Kompetenzen einer Organisation zusammenfasst, sowohl die bereits vorhandenen als auch die noch zu erlangenden. 

Diese Bestandsaufnahme erleichtert anschließend die Weiterbildungsmaßnahmen. Denn jede Kompetenzkategorie wird mit einer Reihe von Schulungen verbunden. Somit wird es ein Leichtes, den Mitarbeitern je nach ihrem Beruf und den zugehörigen Aufgaben passende Module vorzuschlagen. 

Zweite Herausforderung des adaptiven Lernens: die Vielfältigkeit der Lernformate und der Fortbildungsgänge sicherzustellen. Lernende brauchen Abwechslung, bei den angebotenen Unterrichtsarten genauso wie bei den Inhalten. Das adaptive Lernen möchte daher auf jeden Fall ein hybrider Bildungsgang sein. Der Mitarbeiter hat nun Zugang zu einem Spektrum an pädagogischen Formaten und Modalitäten: Präsenzkurse, virtuelle Klassenzimmer, Social Learning, E-Learning-Module, Mobile Learning, mit möglicher Gamification zur Erhöhung der Lernerbeteiligung. Kurz gesagt, mit dem Blended Learning kann das gesamte Potential des adaptiven Lernens am besten ausgeschöpft werden.

Dritte Herausforderung des adaptiven Lernens: eine Lernkultur innerhalb des Unternehmens erschaffen. Wie Sie sicher gesehen haben, ist es von enormer Bedeutung, die Struktur hin zu einer lernenden Organisation entwickeln zu lassen. Dazu muss zunächst der Zugang zur Schulung erleichtert werden und wirksam über die bereitgestellten Tools berichtet werden. An zweiter Stelle ist es unverzichtbar, das Teilen von Wissen und das gemeinsame Lernen anzuregen und aufzuwerten.

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