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Wie gestaltet man eine (gute!) e-learning-schulung?

May 18, 2021 11:50:33 AM

Das E-Learning, oder Online-Lernen, ist im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Es ist überall und jederzeit verfügbar, schnell einzurichten und einfach zu bedienen und wird zunehmend zu einem unverzichtbaren Werkzeug für moderne Unternehmen. Und nachdem mittlerweile jeder selbst ein E-Learning-Modul gestalten kann, sollte man zunächst wissen, wie man ein wirklich gutes Modul erstellt!

Vorbereitende Schritte zur Einrichtung einer E-Learning-Plattform

Vorbereitende Schritte zur Einrichtung
einer E-Learning-Plattform

 

Sie sollten vermeiden, sich mit geschlossenen Augen und ohne Vorbereitung in die Gestaltung eines digitalen Moduls zu stürzen, denn Sie riskieren gravierende Fehler und können durch deren Korrektur viel Zeit verlieren. Nehmen Sie sich stattdessen die Zeit, Ihr Schulungsprojekt gründlich zu verstehen und stellen Sie sich von Anfang an die richtigen Fragen!

 

Erfassen Sie die Schwierigkeiten und Erwartungen der
verschiedenen Interessengruppen

Bevor es losgeht, sollten Sie sich mit der Geschäftsleitung sowie den Managern der einzelnen Abteilungen austauschen, um sich ein Bild über den globalen Schulungsbedarf des Unternehmens zu machen.

Aus diesen Gesprächen erschließen sich oft schon die Antworten auf die folgenden Fragen: Welche Lernmethode ist am besten geeignet? Sollen die Schulungen zu 100 % aus E-Learning bestehen oder ist Blended Learning, eine Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht, die bessere Lösung? Welche Kompetenzen sollten zuerst ausgebaut werden? Diese sind nur einige der grundlegenden Fragen, auf denen der Erfolg Ihres E-Learning-Projekts aufbaut.

Darüber hinaus ist es überaus erkenntnisreich, auch direkt mit Ihren Mitarbeitern in Kontakt zu treten, um mehr über deren Erwartungen und Bedürfnisse in Erfahrung zu bringen. Denn natürlich sind sie das eigentliche Zielpublikum Ihrer E-Learning-Schulungen: Sie sind es, die die von Ihnen erstellten Schulungen nutzen werden und entsprechend wichtig ist es, dass die Kurse optimal auf ihre Bedürfnisse eingehen.

 

Evaluieren Sie den Kenntnisstand der Mitarbeiter

Nachdem Sie die verschiedenen Erwartungen an Ihre Schulung in Erfahrung gebracht haben, können Sie durch ein kurzes Interview oder einen Schnelltest den aktuellen Kenntnisstand zukünftigen Lernenden einschätzen, um ihnen eine entsprechend angepasste Schulung anbieten zu können. Auf diese Weise entfaltet die Schulung ihre volle Wirkung und die Mitarbeiter haben das Gefühl, wirklich etwas dabei zu lernen. Dies spornt sie an und ihr langfristiger Einsatz wird sich vervielfachen!

 

Gestaltung des schulungsmoduls

 

Wenn Sie all diese Informationen gesammelt haben, ist es an der Zeit, Ihre E-Learning-Module auszuarbeiten. Um Ihnen bei diesem Prozess zu helfen, finden Sie hier eine Liste mit den verschiedenen Schritten, die es zu befolgen gilt.

 

Definieren Sie das Ziel Ihres Moduls

Der erste Schritt bei der Erstellung eines E-Learning-Programms ist die Definition der Zielsetzung(en) des jeweiligen Moduls.

Soll das Schulungsprogramm, das Sie gestalten, Ihren Mitarbeitern eine gänzlich neue Kompetenz vermitteln oder dient es vielmehr dazu, bereits bestehendes Wissen zu vertiefen? Die Antwort auf diese Frage ist für den weiteren Gestaltungsprozess und insbesondere für die Wahl der Lernmethoden von großer Bedeutung.

So kann beispielsweise eine rein theoretische Schulung ausschließlich im Fernstudium mit dynamischen und abwechslungsreichen Inhalten durchgeführt werden.

Wenn die Schulung hingegen praktische Übungen oder Simulationen erfordert, empfehlen wir Ihnen, sich für Blended Learning oder ein virtuelles Klassenzimmer zu entscheiden. 

Kurz gesagt: Schulungen müssen den Lernenden in den Mittelpunkt stellen - und dieser Prozess beginnt bereits bei der Gestaltung.

Wählen Sie die richtigen Tools (LMS, usw.)

Wählen Sie die richtigen Tools (LMS, usw.)

Wie oben bereits erläutert, müssen Sie im Voraus ein umfassendes Verständnis für das jeweilige Schulungsprojekt entwickeln, um eine überzeugende digitale Schulung gestalten zu können und dazu die richtigen Werkzeuge auszuwählen.

Wenn Ihnen noch keine LMS-Plattform zur Verfügung steht, müssen Sie sich eine solche beschaffen. Dazu finden Sie in diesem Artikel 10 Tipps zur Auswahl des optimalen LMS.

Die Konkurrenz auf dem LMS-Markt ist groß. Es ist nicht immer einfach, die Vor- und Nachteile einer bestimmten Plattform zu benennen, aber es gilt: Die beste Plattform ist diejenige, die am besten zu Ihren Bedürfnissen passt. Um herauszufinden, welche genau das ist, sollten Sie zunächst die gewünschten Funktionen, Ihr Budget und weitere relevante Punkte definieren.

Sobald Sie die geeignete LMS-Plattform gefunden haben, müssen Sie die richtigen Tools für die Gestaltung einer vollständigen E-Learning-Schulung hinzufügen.

 

Erstellen Sie die geeigneten interaktiven Module

Sobald Sie all Ihre Werkzeuge ausgewählt haben, müssen Sie nur noch die E-Learning-Schulung erstellen. Dazu ist es wichtig, einen roten Faden durch den gesamten Lernpfad zu ziehen, damit die Lernenden stets einen Anhaltspunkt haben.

Mit Storytelling fesseln Sie die Aufmerksamkeit der Lernenden über die gesamte digitale Schulung hinweg. Tatsächlich motiviert eine Schulung, die gleichzeitig eine Geschichte erzählt, die Mitarbeiter und bewegt Sie dazu, weiterlernen zu wollen.

Im Hinblick auf die kontinuierliche Einbindung der Mitarbeiter ist es darüber hinaus in Ihrem Interesse, verschiedene Lernmethoden miteinander zu kombinieren.

Wir unterscheiden dabei die synchrone Schulung, die in Echtzeit erfolgt und menschliche Interaktion erfordert, wie bei Präsenzschulungen oder virtuellen Klassenzimmern der Fall, und die asynchrone Schulung.

Die asynchrone Schulung findet ausschließlich in virtueller Form statt, zum Beispiel in Form von E-Learning-Modulen oder MOOCs.

Auch die Integration von Gamification oder Social Learning hilft dabei, das Engagement der Lernenden zu fördern.

  • Gamification ist die Verwendung von Spielmechanismen innerhalb einer Schulung.
  • Social Learning, oder Soziales Lernen, basiert auf dem Austausch zwischen Mitarbeitern über Foren oder Online-Chats.
  • Interactive Learning ist eine Lehrmethode, die die Interaktion zwischen Schulungsleiter und Mitarbeitern während des Schulungsmoduls fördert und die Lernenden damit zusätzlich motiviert.

Derzeit wird viel über Serious Games gesprochen: Sie sind besonders beliebt, wenn es darum geht, Mitarbeiter effizient zum Lernen zu motivieren. Diese „ernsten Spiele“ verbinden pädagogische Ziele mit spielerischen Aktivitäten und können leicht in ein E-Learning-Modul integriert werden.

 

Testen Sie Ihre Schulung

Nachdem Ihr E-Learning-Modul nun so gut wie fertig ist, ist es ratsam, es vor der Veröffentlichung auf Ihrer LMS-Plattform ausgiebig zu testen. Diese Testphase ist von entscheidender Wichtigkeit für den späteren Erfolg Ihrer Schulung.

Indem Sie Ihre Schulung von einer Gruppe von Mitarbeitern prüfen lassen, können Sie deren Rückmeldungen einholen. So erfahren Sie beispielsweise, ob ein bestimmtes Modul etwas zu lang geraten ist oder die Aufmerksamkeit bei einem bestimmten Teil der Schulung leicht verloren geht. Außerdem informieren Ihre Tester Sie, wenn eine bestimmte Passage nicht verständlich genug formuliert ist.

Darüber hinaus können Sie durch das Testen Ihrer Schulung eventuelle Fehler erkennen und rechtzeitig beheben. So können Sie Ihre Module noch vor der Veröffentlichung anpassen und alle nötigen Korrekturen vornehmen.

Bereitstellung der schulung 

 

Es ist vollbracht! Ihr digitales Lernmodul ist fertiggestellt. Der Schulungsinhalt ist ansprechend und alle letzten Korrekturen wurden vorgenommen. Ihre digitale Schulung ist bereit für den Einsatz.

Der vorletzte und wahrscheinlich wichtigste Schritt ist die Bereitstellung der E-Learning-Schulung auf Ihrer LMS-Plattform.

Analyse und Feedback von den Lernenden

Analyse und Feedback von den Lernenden

Man könnte meinen, dass die Arbeit beendet ist, sobald die Schulung auf der LMS-Plattform bereitsteht. Nun: Dem ist nicht so! Tatsächlich kommt ein Großteil der Arbeit erst nach der Bereitstellung einer Schulung auf Sie zu.

Bevor Sie sich auf den Lorbeeren ausruhen können, geht es daran, Ihre Schulung kontinuierlich zu evaluieren, die Ergebnisse zu analysieren und Feedback von Ihren Mitarbeitern einzuholen.

Wenn Sie sich für ein LMS entschieden haben, das die entsprechenden Funktionalitäten unterstützt, wird Ihnen diese Aufgabe durch die Plattform erheblich erleichtert. Ihr LMS stellt Ihnen in diesem Fall detaillierte und/oder benutzerdefinierte Reportings zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie die Performance Ihrer Schulung analysieren können.

Sie können Ihren Mitarbeitern zudem kurze Umfragen am Ende einer Schulung anbieten: Auf diese Weise erhalten Sie ein Feedback über die Effizienz der Schulung und Rückmeldungen, die Ihnen dabei helfen, Ihre Schulung weiter zu verbessern.

Themen: E-Learning
Manon Consul

von Manon Consul geschrieben