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Ist das adaptive Lernen die Zukunft von Schulungen?

Wir leben heute in einer hybriden Arbeitswelt, die von der Entwicklung der Arbeit im Homeoffice gekennzeichnet ist. Dazu kommt eine immer stärkere Flexibilität und Mobilität der Arbeitnehmer. Die berufliche Schulung passt ihr Angebot dementsprechend an. Das adaptive Lernen gehört zu den Lösungen, auf die die Unternehmen immer mehr zurückgreifen.

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Der Grund? Das adaptive Lernen bietet eine personalisierte und entwicklungsfähige Schulung. Mit anderen Worten, die Schulungswege und/oder die Lerninhalte werden entsprechend den Profilen aufgebaut und passen sich in Echtzeit den Bedürfnissen des Mitarbeiters an. Die neuesten Entwicklungen des adaptiven Lernens sind vielversprechend. Nun stellt sich eine Frage: Ist das adaptive Lernen die Zukunft der Fortbildung? 

 

Was ist adaptives Lernen ?

 

Das adaptive Lernen bietet jedem Mitarbeiter eine individualisierte und entwicklungsfähige Art der Schulung.  Dieser Lernansatz beruht auf mehreren Parameter des Lernenden, wozu insbesondere seine Kenntnisse, Fähigkeiten, Bedürfnisse und seine Ziele gehören. 

 

was ist adaptives lernen

 

Man geht vom traditionellen Unterricht durch einen Schulungsleiter, der seine Kenntnisse an eine Gruppe mit häufig heterogenen Niveaus und Profilen weitergibt, zu einem gezielten, personalisierten Unterricht über, der mit den neuen Technologien möglich geworden ist. Man spricht auch von einem datengesteuerten („data driven“) Lernen, denn es basiert vor allem auf der Analyse von Daten (big data). 

Bei dieser Definition des adaptiven Lernens kommt auch der Begriff der Automatisierung ins Spiel. Sehen wir uns das genauer an…

 

Wie funktioniert Adaptive Learning ?

 

Ein Lernansatz auf der Grundlage der neuen Technologien

 

Heutzutage ist es möglich, die Weiterbildung dank des adaptiven Lernens zu personalisieren, daran besteht kein Zweifel! Aber wie funktioniert denn das adaptive Lernen? 

An dieser Lernmethode sind Neurowissenschaften beteiligt, Daten, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. m

Erste Etappe: Datensammlung und -analyse in Echtzeit auf der Schulungsplattform. Mit Hilfe dieser Daten kann das System das Profil des Lernenden und sein Verhalten (Ergebnisse der Bewertungen, Lerntempo, frühere Schulungen, Alter...) besser erfassen.

Zweite Etappe: das Entdecken von Lücken und Lernpräferenzen jedes Einzelnen.

Dritte Etappe: Automatischer Aufbau eines Schulungspfads und/oder ein Angebot von personalisierten Inhalten. 

Was macht die Stärke eines Lernpfads des adaptivem Lernen aus? Es passt sich dauernd den Bedürfnissen des Mitarbeiters an und bietet ihm Lernformate an, die zu ihm passen. 

Die auf dem Markt angebotenen Lösungen unterscheiden sich allerdings enorm. Manche beschränken sich auf eine „grundlegende“ Personalisierung und liefern nur eine anfängliche Bewertung, um Gruppen von Lernenden mit dem gleichen Niveau zu bilden. Andere gehen weiter und bieten ein echtes maßgeschneidertes Tool unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und der kognitiven Funktionsweise des Lernenden.  

 

Verschiedene Ebenen der Personalisierung

 

Die Personaliserung des Schulungspfads mithilfe makro-adaptiven Lernens:

 

Man muss zwischen dem makro-adaptiven Lernen und dem mikro-adaptiven Lernen unterscheiden. Im Fall des makro-adaptiven Lernens ist der Schulungsweg auf die Persönlichkeit zugeschnitten. Die entsprechenden Module sind für alle Lernenden die gleichen, aber Lernende, die schon Kenntnisse haben, können bestimmte inhaltliche Bausteine überspringen. 

Im Übrigen ist das System in der Lage, unterwegs eventuelle Lücken zu entdecken. So schlägt es, wenn nötig, dem Mitarbeiter vor, zurückzugehen und ein Modul, das nicht gut assimiliert wurde, zu wiederholen.  

Mit anderen Worten, der Weg passt sich in Echtzeit den Kenntnissen des Lernenden an. Schließlich erreichen alle Schüler das gleiche Niveau, wobei jeder nach seinem eigenen Rhythmus vorangeht.

Das makro-adaptive Lernen ist vor allem für das Erlernen von Sprachen oder einer Software geeignet, weil der Weg in diesem Fall lang ist und aus vielen Modulen besteht.

Die Personalisierung der Inhalte mit dem mikro-adaptiven Lernen:

 

Mit dem mikro-adaptiven Lernen führt man den Cursor im Bereich der Individualisierung der Schulung ein bisschen weiter. In der Tat geht man vom adaptiven Weg zum adaptiven Inhalt über. Die pädagogischen Ressourcen jedes Moduls des Weges passen sich automatisch den speziellen Bedürfnissen der Benutzer an. 

Das mikro-adaptive Lernen ist in der Lage, den Unterricht und die Bewertungen entsprechend dem kognitiven Profil des Lernenden zu personalisieren. Hier kommen die Neurowissenschaften ins Spiel, eine Disziplin, die die Wissensprozesse und die Denkmechanismen untersucht. 

Dieser Ansatz eignet sich perfekt für den Erwerb einer bestimmten Kompetenz in kurzer Zeit.

adaptives lernen e-learning

 

Ist das adaptive Lernen die Zukunft der beruflichen Fortbildung?

 

Eine schnellere Kompetenzerweiterung dank des adaptiven Lernens: ein Vorteil in einer unsicheren Arbeitswelt

 

In einer sich vollkommen verändernden Berufswelt, in der sich die Arbeitsstellen schnell weiterentwickeln und neue Berufe entstehen, müssen sich die Arbeitnehmer schnell anpassen und dabei ihr Kompetenzniveau so hoch wie möglich halten. Das adaptive Lernen scheint sich perfekt für diese neue Problematik zu eignen.

Es ist sicher, dass eine individualisierte Schulung bei den Lernenden zu mehr Motivation führt, zu einer besseren Speicherung der Kenntnisse und zu einer schnelleren Kompetenzsteigerung. Der Wirksamkeitsgewinn der Schulung ist real, und das ist offensichtlich die Stärke der Lösungen des adaptiven Lernens, wie z.B. der von Rise Up angebotenen. 

Im Übrigen stehen wir heute erst am Anfang ihrer Entwicklung. In den kommenden Jahren wird dieser Lernansatz das Lernen immer mehr erleichtern. Die stetigen Fortschritte auf dem Gebiet der neuen Technologien lassen in der Tat größere Möglichkeiten der Adaptation und Personalisierung der beruflichen Fortbildung voraussehen.

Die neuesten Fortschritte im adaptiven Lernen überzeugen die Unternehmen immer mehr, denn sie haben verstanden, welches Potenzial diese Art des Lernens mit sich bringt. 

 

Der Mensch spielt eine weniger wichtige Rolle beim adaptiven Lernen

 

Man darf allerdings trotzdem nicht die Grenzen des adaptiven Lernens herunterspielen, insbesondere das Zurücktreten des Menschen. Daten und Algorithmen zu mischen, genügt nicht, um eine optimale Schulungseinrichtung zu schaffen. Die soziale Interaktion ist ebenso wesentlich für den Erwerb neuer Kompetenzen. Der Austausch, der Wettbewerb und die Gruppendynamik, nicht zu vergessen die Emotionen, sind integrierender Bestandteil des Lernprozesses. Deshalb ist es notwendig, auch Präsenz-Schulungen weiter anzubieten.

Kann man also sagen, dass das adaptive Lernen die Zukunft der beruflichen Fortbildung ist? Es wird einen wichtigen Platz bei den Maßnahmen von morgen einnehmen, das ist sicher. Trotz allem, auch wenn sich die Technologie schnell weiterentwickelt, wird sich eins nicht verändern: der soziale Charakter des menschlichen Wesens. 

Wenn es wirklich erfolgversprechend sein soll, muss das adaptive Lernen demnach den Schulungsleiter unterstützen und die Vielfalt der Formate und der Lernmodule fördern.

 

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